In der Welt des 3D-Drucks gibt es aktuell eigentlich zwei große Lager. Auf der einen Seite stehen die „Auspacken und Drucken“-Maschinen. Die Geschlossene Systeme wie von Bambu Lab oder Anycubic. Sie laufen einfach, lassen dir aber wenig Raum für eigene Basteleien. Auf der anderen Seite stehen die echten Open-Source-Maschinen: Entweder reinrassige Bastel-Projekte wie ein Voron oder Drucker mit extrem viel Tuning-Potenzial durch ihre Bauart, wie der Sapphire Pro oder Plus.

Wer einen solchen Open-Source-Drucker baut oder upgraded, landet über kurz oder lang bei der Frage nach der richtigen Elektronik. Ein Board, das dabei immer wieder genannt wird, ist das MKS SKIPR. Es kombiniert einen Mini-PC (für Klipper) und ein klassisches 3D-Drucker-Mainboard auf einer einzigen Platine.
Das klingt nach einer sauberen All-in-One-Lösung, aber das Board hat inzwischen auch schon ein paar Tage auf dem Buckel – und das bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich.
Die Vorteile: Warum das MKS SKIPR immer noch punktet
- Kein separater Raspberry Pi nötig: Da das Linux-System für Klipper direkt integriert ist, sparst du dir den Kauf und die Verkabelung eines zusätzlichen Pi. Das spart Platz und schont das Budget.
- Saubere Verkabelung: Weniger Kabel zwischen Pi und Mainboard bedeuten auch weniger potenzielle Fehlerquellen. Alles läuft über eine Platine.
- Starke Ausstattung: Mit Platz für bis zu 8 Schrittmotorentreiber und reichlich Anschlüssen für Lüfter und Sensoren ist das Board extrem flexibel.
Die Nachteile: Was man vor dem Kauf wissen muss
- Veraltete Hersteller Software: Man merkt dem MKS SKIPR sein Alter an. Die offizielle Firmware vom Hersteller ist veraltet und wird nicht mehr gepflegt. Wer hier auf Updates hofft, wird enttäuscht.
- Das UART-Problem bei CAN-Bus: Ein wichtiger technischer Fallstrick für moderne Setups: Wenn du den integrierten CAN-Bus nutzt (zum Beispiel für ein Toolboard am Druckkopf), kommt es zu einem UART-Konflikt. Die Lösung? Du musst die Verbindung über ein zusätzliches USB-Kabel realisieren. Das stört den All-in-One-Gedanken leider ein wenig.
- Alles oder nichts Risiko: Wenn dir durch einen Kurzschluss die Drucker-Steuerung abraucht, ist oft das gesamte Board Schrott – inklusive des Mini-PC-Teils.
- Abwärme im Gehäuse: Weil Mini-PC und Treiber auf engstem Raum sitzen, entsteht ordentlich Hitze. Ein guter, aktiver Lüfter im Elektronikbereich ist absolute Pflicht.
Rettung durch die Community: Die Software-Alternative
Obwohl der Hersteller das Board softwareseitig im Regen stehen lässt, gibt es zum Glück eine aktive Community. Dank engagierter Entwickler musst du dich nicht mit dem alten Hersteller-Image herumschlagen.
Es gibt hervorragende Open-Source-Alternativen wie das Community-Projekt armbian-mkspi von redrathnure auf GitHub. Mit diesem alternativen Armbian-Image lässt sich das Board auf ein aktuelles, sicheres und sauberes Linux-System bringen, auf dem dann auch die neuesten Klipper-Features problemlos laufen.
Fazit: Lohnt es sich noch?
Das MKS SKIPR ist nach wie vor eine interessante Option, um Drucker wie den Sapphire oder einen Voron kompakt auf Klipper umzurüsten. Wenn man es günstig bekommt, wie bei mir. Allerdings ist es kein "Plug-and-Play"-Board für Anfänger mehr. Man sollte bereit sein, ein Community-Image zu flashen, und muss das USB-Kabel-Workaround beim CAN-Bus auf dem Schirm haben. Wenn dich das nicht abschreckt, kriegst du hier immer noch viel Hardware fürs Geld!